Wenn der ausgebrannte Bus noch nicht abbezahlt war, die Entschädigungssumme etwa 30.000 Euro unter dem tatsächlichen Fahrzeugwert liegt und die Versicherung erst nach Monaten zahlt, kann aus einem Busbrand leicht ein brenzliger Liquiditätsengpass für das Busunternehmen werden. Kommen Personenschäden oder gar Todesopfer hinzu, hat ein Busbrand oft auch strafrechtliche Konsequenzen. In jedem Fall droht dem betroffenen Unternehmen ein beträchtlicher Imageschaden. Deswegen ist für den Busversicherungsexperten Peter Puchner von der Pupa Versicherungsmakler GmbH die Brand-Vorbeugung ein wichtiges Anliegen. Um dieses Ziel zu erreichen, bietet Pupa allen interessierten Busunternehmen – auch Nichtkunden - eine umfangreiche Checkliste mit vielen praktischen Brandschutztipps kostenfrei an.
Die meisten Busbrände entstehen im Motorraum. Häufigste Ursachen sind undichte Kraftstoffleitungen oder Kurzschlüsse in der Fahrzeugelektrik. Deswegen sollten Leitungen und Kabel regelmäßig auf Dichtheit und Scheuerstellen geprüft werden. Poröse Stellen oder Risse geben Hinweise auf Undichtigkeiten. Sind Ummantelungen oder Rahmenfarbe von Leitungen oder Kabeln abgeschliffen, weist dies auf Scheuerstellen hin. Überstehende Kabel-binder oder locker sitzende Befestigungsschellen können Leitungen oder Kabel anscheuern oder sich regelrecht in diese hineinsägen. Verrutschte Hitzeschutzbleche müssen justiert werden. Dämmmaterial darf nicht mit der Abgasanlage in Berührung kommen.
Neben den regelmäßigen Fahrzeug-kontrollen, die das Busunternehmen selbst leisten kann, empfiehlt Pupa auch, Busse mit Brandmeldeanlagen nachzurüsten. Auch der Einbau von automatischen Brandlöschanlagen, die zwischen 500 und 2.000 Euro kosten, ist bei den hohen Fahrzeugwerten - selbst bei gebrauchten Bussen - eine lohnende Investition. Außerdem besteht die Möglichkeit, automatische Brandlösch-systeme vom Werk aus einbauen zu lassen. EvoBus arbeitet hier zum Beispiel mit Löschanlagen von Fogmaker. Mittlerweile werden häufig auch von den Fahrzeugherstellern Brandmeldeanlagen serienmäßig in Neufahrzeuge verbaut.
Schließlich sollten Fahrer im Umgang mit Feuerlöschern regelmäßig geschult werden und die Evakuierung des Fahrzeugs üben. Im Rahmen der Berufskraftfahrerqualifikation werden entsprechende Kurse angeboten.
In Deutschland führt der Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) eine Statistik über Busunfall-ursachen. In Österreich liegen keine genauen Zahlen vor. Pupa geht jedoch davon aus, dass sie in ähnlichem Verhältnis stehen wie in Deutschland. Im Jahr 2008 waren dort etwa 4 von 1.000 Bussen von einem Brandschaden betroffen. Bei derzeit etwa 83.000 zugelassenen Bussen - diese Zahl ist in Deutschland seit Jahren relativ konstant – liegt die Zahl von Omnibus-bränden bei 350 bis 400 pro Jahr. Tat-sächlich dürfte die Anzahl der Brände jedoch höher liegen, da der GDV nur Daten auswertet, die ihm von den einzelnen Versicherungen gemeldet werden. Geringere Schäden oder Brände an nicht kaskoversicherten Omnibussen sind daher statistisch nicht erfasst. Der deutsche Kooperationspartner von Pupa, der Spezialversicherungsmakler für Omnibusunternehmen Dittmeier, bearbeitete im Jahr 2008 63 Groß-schäden. Busbrände waren mit 17 Fällen die mit Abstand häufigste Schadensursa-che.
Checklisten und Informationen zur Brand-Vorbeugung, zum richtigen Verhalten im Brandfall und zur Schadensabwicklung sind kostenfrei erhältlich bei office@pupa.at oder Tel. +43 (0) 4242 90828.
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